Chronik

Die 60er-Jahre

Nachdem schon seit einiger Zeit Überlegungen angestellt wurden, den Karneval auch im Zülpicher Ortsteil Hoven aktiv zu gestalten, wurde im Oktober 1962 von Heinz Schneiders (Däne), Mathias Cramer, Heinz Schneiders (Mautze) und Everhard Linnartz die Idee geboren, einen Karnevalsverein zu gründen. Die Gründungsmitglieder gingen zum überwiegenden Teil aus einem 1961 gegründeten Hovener Junggesellenverein hervor.

Noch in der Gründungssession, und zwar 1963, wurde in der Gaststätte Wallraff die erste Karnevalssitzung unter der Leitung des Sitzungspräsidenten H. Schneiders (Mautze) abgehalten, die von den neu gegründeten „Hovener Jungkarnevalisten“ veranstaltet wurde. Neben Schneiders zählten folgende Personen zu den Vereinsgründungsmitgliedern:

Matthias Cramer
Hermann-Josef Cremer (+)
Berti Harzheim
Hans Egon Hoff
Hubert Hohn
Everhard Linnartz
Heinz Schneiders (Däne) (+)
Heinz Stüßer
Theo Wallraff (+)
Franz Günter Wirtz

Karnevalssamstag 1964 führten die Hovener Jungkarnevalisten erstmalig einen Preismaskenball im Saale Pütz durch. An der seit dieser Zeit bis heute jährlich stattfindenden Veranstaltung nahm die Dorfbevölkerung sehr rege teil! Auch der Sommernachtsball 1965 sollte ein Riesenerfolg werden.

Der 19. Februar 1964 sollte als Tag der ersten Mitgliederversammlung des noch jungen
Vereines in die Chronik eingehen.

Bei den durchgeführten Vorstandswahlen wurden
Hubert Hohn zum Präsidenten
Everhard Linnartz zum Schriftführer
Matthias Cramer zum Kassierer und
Hermann Josef Cremer zum Beisitzer
gewählt.
Neben ihrer ursprünglichen Aufgabe – der Pflege des Karnevals in Hoven – setzten sich die
Hovener Jungkarnevalisten (kurz HJK) schon bald als weiteres Ziel, das gesellschaftliche
und kulturelle Leben ihrer Dorfgemeinschaft und der Umgebung zu fördern. So wird seit 1964 die Hovener Kirmes mit traditionellem Hahneköppen von den Jungkarnevalisten organisiert und durchgeführt. Bis 1969 wurde die Kirmes im Saale Pütz veranstaltet. Nachdem dieser jedoch nicht mehr genutzt werden durfte, entschied man sich, erstmalig im Jahre 1970, ein Festzelt auf dem Gelände des Städtischen Kindergartens (ehemals Hovener Schule) an der Hermann-Josef-Straße aufzustellen.
Im Jahre 1965 wurden drei Männer, die sich bei und seit der Gründung des Vereins große Verdienste erworben hatten, zu den ersten Ehrenmitgliedern ernannt. Diese drei Personen waren: Peter Frings, Dr. med. Karl-Heinz Balg und Manfred Schridde.
Ihnen sollten im Laufe der nächsten Jahre weitere Ehrenmitglieder folgen.
Um ein einheitliches Erscheinungsbild bemüht, wurden im Jahre 1966 neue Uniformröcke, damals noch in beiger Farbe, angeschafft. In Kombination mit schwarzen Hosen wurden diese erstmals im Rosenmontagszug getragen, in dem die Hovener Jungkarnevalisten wiederholt mit einem Karnevalswagen teilnahmen.
Im September des gleichen Jahres wurde Kirmessonntag auf dem Hovener Friedhof am Eingang zur Kirche ein Mahnmal für die Gefallenen und Vermissten der beiden Weltkriege feierlich eingeweiht. Dieses wurde von der HJK in Eigenleistung und mit Hilfe von Spenden aus der Bevölkerung fertiggestellt, nachdem jahrelang vergeblich versucht worden war, dieses Mahnmal zu errichten. Dies war und ist ein Zeichen und Beweis dafür, dass die Arbeit der Jungkarnevalisten sich nicht nur darauf beschränkt, Feste zu feiern.

Die 70er-Jahre

Eine Dekade später, nämlich im Jahre 1972/73, war es den Hovener Jungkarnevalisten aus Anlass ihres 10-jährigen Bestehens erstmalig vergönnt, den Prinzen im Zülpicher Karneval zu stellen. Als Prinz wurde der erste Präsident des Vereines Hubert Hohn (Hubert I.) proklamiert. Dem Verein stand mittlerweile (seit 1971) Theo Wallraff vor, der die Geschicke des Vereines in der Folge fast 25 Jahre lang leiten sollte. Diese Session sollte ein ganz besonderer Erfolg werden, die mit der Vorstellung des Prinzen im Rahmen der Novembersitzung in der Zülpicher Stadthalle begann. Insbesondere das herrliche Bühnenbild, aber auch der Auftritt des „Schweinezirkus“ sollte unvergessen bleiben. Durch diese Session etablierte sich die HJK endgültig im Zülpicher Karneval und sollte fortan als vierte Kraft neben den Zölleche Öllege, der Prinzengarde und den Blauen Funken im regelmäßigen Turnus der Vereine den Prinz Karneval aus ihren Reihen stellen. Als erstes Tanzpaar stellten die Hovener in der Session 1973/74 Vera Scheben und Wilfried van Gumpel vor. Mit den Zölleche Öllege beschloss man ihm Jahre 1975 gemeinsam eine Herrensitzung durchzuführen, die abwechselnd von Karl Esser (Präsident der Öllege) und Wolfgang Schüller (HJK) geleitet wurde. Nach dem großen Erfolg, direkt im ersten Jahr der Veranstaltung, wurde noch am gleichen Tag die Weiterführung der Herrensitzung für die nächsten Jahre beschlossen.
Das Jahr 1975 sollte aber nicht nur wegen der ersten Herrensitzung in Erinnerung bleiben, sondern auch wegen der erstmaligen Überreichung des „Ordens zur Erhaltung des Rheinischen Frohsinns“, der in jedem Jahr nur einmal an Personen oder Gruppen verliehen wurde, die sich im Sinne des Ordenstitels verdient gemacht haben. Erster Ordensträger war „Edy“ von Radio Luxemburg. Ihm folgen sollten so bekannte Kölner Karnevalskräfte wie Marie-Luise Nikuta oder Trude Herr. Aber auch Zülpicher Urgesteinen wie Karl Esser, Peter Fischer, Willi Dederichs, Willi Korf, Klaus Frank, Manfred Macherey, Toni Opgenorth und Hans Schall, ja sogar einem echten Pfarrer in Person von Pastor Peter Berg wurde dieser traditionsreiche Orden verliehen. Einer Idee ihres Präsidenten Theo Wallraff nachkommend, veranstalteten die Hovener Jungkarnevalisten im Februar 1976 die erste Damensitzung des Zülpicher Karnevals. In all diesen Jahren führte die Gattin des amtierenden Präsidenten, Annemie Wallraff, als Sitzungspräsidentin hervorragend durch das Programm. Die Damensitzung wurde besonders in den Anfangsjahren mit sehr großem Erfolg durchgeführt, so dass die Karten schon im Vorverkauf heiß begehrt waren. Gemeinsam errichteten die Karnevalisten im Jahre 1977, mit tatkräftiger Unterstützung der Kolping-Familie, eine sehr ansprechende Leichenhalle auf dem Hovener Friedhof.Die vielen Arbeitsstunden sollten sich auszahlen, und die großen Mühen die hier investiert wurden, lassen sich noch heute bei dem Anblick des Bauwerks erahnen.
Erneut hatten die Hovener Jungkarnevalisten ihren Gemeinsinn tatkräftig bewiesen. Am 19. November des gleichen Jahres stellte der Karnevalsverein das im Zülpicher Karneval bis dato einmalige Doppeltanzpaar bestehend aus Vera Scheben mit Achim Volk und Heidi Steinerstauch mit Wilfried Boeck. 1978 wurde mit Wolfgang (I.) Schüller der 2. Karnevalsprinz aus den „Hovener“ Reihen gestellt. Das aktive Mitglied schwang in dieser Session großzügig sein Zepter über das alte Tolbiacum.

Die 80er-Jahre

1980 sollte der Verein um eine weitere Abteilung bereichert werden, denn am 8. August dieses Jahres hielt die Damengarde ihre erste Probe ab. Tanzpaar dieser Garde wurde Heidi Steinerstauch mit Wilfried Boeck. Seit ihrem karnevalistischen Debüt auf der Zülpicher Herrensitzung ist die Damengarde ein fester Bestandteil des hiesigen Karnevals und nicht mehr aus der HJK wegzudenken. Der Kommandant des Jahres 1980 war André Stemmler, der die Nachfolge von Wilfried van Gumpel in diesem Amt antrat. Ein Jahr später, nämlich 1981, erhielten die Jungkarnevalisten ihre sie bis heute auszeichnenden grün-gelben Uniformen. Ebenfalls 1981 wurde innerhalb des Karnevalsvereins die „Gaudi-Truppe“ Lilliputs gegründet:
Mit riesigen Zylindern und Gesichtern auf den Bäuchen, die bei jeder Bewegung ulkige Grimassen schnitten, begeisterten die neun Jungkarnevalisten das Publikum. In der Session 1981/82 sollte der Zülpicher Prinz wieder ein Hovener sein. Als würdiger Regent erwies sich in diesem Jahr Klaus (I.) Frank, der später den „Stammtisch der ehemaligen Prinzen“ initiierte, der sich auch heute noch regelmäßig trifft. Um das Bild des Gesamtvereins besonders und gerade im Prinzenjahr zu komplettieren, wurde im gleichen Jahr die Herrengarde gegründet. Der 9. April 1984 war der Gründungstag des Musikzuges „Grün-Gelb“,
der auf Initiative von Josef Harzheim, Frank Harzheim und Norbert C. Gaflig entstand. Letztgenannter war in der Folge auch langjähriger Dirigent der Musiker. Seine Nachfolger waren Jörg Maahs, Engelbert Eversheim und Markus Schüler,
der derzeit Dirigent des Musikzuges ist!

Bereits in der Session 1984/85 wurden die Jungkarnevalisten bei den Auftritten von dem jungen Musikzug begleitet. Mit einem ständig erweiterten Repertoire trägt der Musikzug, der das ganze Jahr durchgehend probt, zur Belebung unseres Karnevals bei. Aber der Musikzug tritt nicht nur in der 5. Jahreszeit auf, sondern begleitet auch Martinszüge, Schützenfest- und Kirmeszüge, oder spielt zum Beispiel auf verschiedenen Geburtstagen und Jubiläen.
Die Kindergarde der Hovener Jungkarnevalisten wurde im Jahr 1985 aus der Taufe gehoben. Somit war die HJK seit dieser Zeit ein
„vollwertiges“ Corps mit allen wesentlichen Abteilungen. 1986 stellte die HJK mit Michael (I.) Trudrung wiederum einen Karnevalsprinzen, der auf der Damensitzung dieser Session Annemie Wallraff zum 10-jährigen Jubiläum dieser Veranstaltung gratulieren durfte. Im Sommer des Jahres 1986 richteten die Jungkarnevalisten
erstmals ein Sommerfest in Eigenregie aus.
Ihr erstes großes Jubiläum feierten die Hovener Jungkarnevalisten im Jahre 1988 mit ihrem 25-jährigen Bestehen.
Die 3 aktiven Jungkarnevalisten Andreas Meuser, Josef Harzheim und Hans-Joachim Kersting stifteten zu diesem Anlass eine Vereinsfahne, welche das Gesamtcorps bei seinen Auftritten bis heute begleitet.
Die beiden Mitbegründer des Vereins, Theo Wallraff und Hubert Hohn, wurden im Rahmen dieser Veranstaltung mit dem BDK-Orden in Gold für herausragende Verdienste für den Verein geehrt. Im Juni 1989 fuhr das gesamte Corps der HJK mit 2 Bussen nach Elst zur „Jumelage“ Zülpich-Elst und zur Einweihung des „Zülpichplatzes“. Im großen Festzug durfte dann auch der eigene Musikzug seine Lieder zum Besten geben und wurden von den zahlreichen Gästen am Straßenrand begeistert empfangen!

Die 90er-Jahre

Der 1989/90 wieder turnusmäßig gestellte Prinz Johannes (I.) Booch sen. ging als Sturmprinz in die Geschichte der Stadt Zülpich ein. Der über Nacht aufgekommene Sturm wurde während des Prinzenfrühstücks am Rosenmontag so übermächtig, dass der Rosenmontagszug aus Sicherheitsgründen abgesagt werden musste. Der ausgefallene Zug wurde mit Zustimmung des Zülpicher Pfarrers, gemäß einem alten Brauchtum am Mittfastnachtswochenende, dem 24.03.1990 nachgeholt. Bei sommerlichem Wetter tummelte sich im März eine Riesenschar karnevalsjecker & bunt kostümierter Schaulustiger am Straßenrand, welche die Session für Johannes I. doch noch zu einem unvergesslichen Erlebnis machen sollten. Groß gefeiert wurde im Jahr 1993 das 30-jährige Vereinsbestehen im Rahmen der Kirmes. Damaliger Ordensträger wurde der seinerzeit amtierende (singende) Karnevalsprinz der Stadt Köln, der heute immer noch unter dem Namen „Wicky Junggeburth“ jedem Karnevalisten ein Begriff ist!
Der nächste Prinz, der von den Hovener Jungkarnevalisten im Jahr 1993/94 gestellt wurde, war Dieter (I.) Seehagen. Ein Höhepunkt seiner Regentschaft war, neben der traditionellen Proklamation und dem Rosenmontagszug, der Besuch des Bundeskanzleramtes in Bonn, wo er persönlich von Bundeskanzler Helmut Kohl empfangen wurde. Diese Ehre wurde ihm als erstem Zülpicher Prinzen zuteil. Aber auch an „außerkarnevalistischen“ Veranstaltungen nehmen die Jungkarnevalisten teil. Sportliches Geschick bewies man z.B. schon bei Handball- und Fußballturnieren. Ein herausragender sportlicher Erfolg war 1995 der 1. Platz beim Truck-Ziehen in Zülpich, bei der die hochfavorisierte Mannschaft aus Elst in die Schranken gewiesen wurde. Im Februar 1996 erlitten die Hovener Jungkarnevalisten einen schweren Rückschlag. Am 7. Februar verstarb plötzlich und für alle unerwartet im Alter von nur 51 Jahren der amtierende Präsident Theo Wallraff. Fast 25 Jahre leitete er die Geschicke des Vereins als Präsident und Sitzungspräsident. In der nächsten Hauptversammlung wurde Uwe Krämer zum neuen Präsidenten gewählt, ihm zur Seite stand Wilfried Boeck als Kommandant. Es wurde sich seitens des Vorstandes zum Ziel gesetzt, den Verein im Sinne von Theo Wallraff weiterzuführen. Unter der Regie der neuen Vereinsspitze trat in der Session 1998/99 Prinz Johannes II. (Booch) in die „Fußstapfen“ seines Vaters und wurde als 6. Prinz der HJK zum Regenten über die Römerstadt proklamiert!
Nach vielen Versuchen, den Kirmesfreitag attraktiver zu gestalten, brachte im Jahre 1999 ein Abend unter dem Motto „Mallorca-Party“ den ersehnten Erfolg und das Festzelt am Kindergartengelände zum Kochen. Hiermit gelang es dem Verein, mit den Jugendlichen und jungen Erwachsenen eine neue Zielgruppe anzusprechen. Auch in den beiden folgenden Jahren bewies sich der Kirmesfreitag als Zuschauermagnet und sorgte jeweils für tolle Stimmung und ein prächtig gefülltes Zelt!

2000-2009

Im Jahre 2000 wurde der Vorstand der Hovener Jungkarnevalisten turnusmäßig wieder neu gewählt und der langjährige Kommandant des Gesamtvereines, André Stemmler, trat die Nachfolge von Uwe Krämer als Präsident an. Uwe Krämer, der aus persönlichen Gründen in die zweite Reihe zurück trat, stand dem Verein danach aber als Beisitzer weiterhin mit Rat und Tat beiseite!
Der Corpsappell 2001, der sich mittlerweile als fester Termin im Anschluss an die Mundartmesse mit allen 5 Zülpicher Karnevalsvereinen in St. Peter etabliert hat, wurde zur Ehrung einiger langgedienter Mitglieder genutzt. Die höchsten Auszeichnungen mit dem BDK Orden in Gold wurden an Josef Harzheim und André Stemmler verliehen! Zum 40jährigen Vereinsbestehen wurde für die HJK ein neues „Aushängeschild“ eingeweiht. Ein großer Karnevalswagen zur Begleitung der Litewka-Träger im Rosenmontagszug kam erstmals zum Einsatz. Die monatelange Arbeit der fleißigen Helfer hatte sich gelohnt.
Der „Litewkawagen“ ist eine echte Bereicherung für den Zülpicher Rosenmontagszug und komplettiert das schöne Gesamtbild des Vereins während des Zugwegs. Ebenfalls im Jubiläumsjahr 2003 wurde der altbewährte Austragungsort des Sommerfestes vom Bolzplatz an der Hermann-Josef-Straße verlegt. Fortan feierte man das Sommerfest am Dorfplatz Ecke Bürvenicher/Nideggener Straße. Ausschlaggebender Punkt hierfür war, neben der schöneren Biergartenatmosphäre, auch die zentralere Örtlichkeit.
Der damals amtierende Kommandant der HJK, Wilfried Boeck, erfüllte sich in der Session 2003/04 einen Kindheitstraum und wurde als Prinz Wilfried II. proklamiert. Der Vollblutkarnevalist war auch der erste Prinz, der die so genannte „Prinzendeklaration“ unterzeichnete, in der sich neben den 5 Präsidenten der Zülpicher Karnevalsvereine, der Prinz schriftlich verpflichtet, das Prinzenamt zu bekleiden und die Bräuche im Zülpicher Karneval zu respektieren und einzuhalten!Wilfried Boeck gelang es für die Prunksitzung der HJK im Jahr 2004 alle bisherigen Prinzen der Hovener Jungkarnevalisten zu einem Gruppenfoto auf der Bühne der Zülpicher Stadthalle zu vereinen: Neue Wege bezüglich des Veranstaltungsortes der Hovener Kirmes beschritt der Verein in den Jahren 2004 und 2005. Abweichend von den vergangenen Jahren wurde die Kirmes an den Platz vor die Vereinsgaststätte Wallraff verlegt, so dass auch die „alte Schule“ und die Räumlichkeiten der Gaststätte Wallraff als Veranstaltungsort mitgenutzt werden konnten. Ein tolles Highlight war die „Old School Party“ in der alten Schule im Jahr 2005, bei der noch bis tief in die Nacht eine „flotte Sohle“ aufs Parkett gelegt wurde! Die Nikolausfeier 2005 sollte eine ganz Besondere werden. Sie wurde zur Geburtsstunde des „Holzmichels“. Unserem Nikolaus Reimund Wallraff ist es zu verdanken, dass seit diesem Jahr regelmäßig im gleichen Rahmen aktive Mitglieder mit dieser Trophäe am Bande (Tannenzapfenmännchen) „geehrt“ werden. Obwohl die Auszeichnung nur für besondere Missgeschicke und Fehltritte verliehen wird, muss man festhalten, dass jeder Ordensträger die Auszeichnung nicht ohne Stolz entgegengenommen hat (die Schamesröte war jedoch bei dem ein oder anderen schon zu erkennen).
Im Jahr 2006 besann man sich auf Altbewährtes und verlagerte den Ort der Kirmes zurück auf das Kindergartengelände an der Hermann-Josef-Straße. Insbesondere die Unabhängigkeit vom Wetter durch das Aufstellen eines beheizten Festzeltes gab letztendlich den Ausschlag für eine Kirmes im Festzelt! Die Vorstandsriege im Jubiläumsjahr 2007 mit Gerd Wallraff als Präsident und Franz Becker als Kommandant an der Spitze, wurde im Jahre 2005 gewählt. Langgediente Vorstandsmitglieder wie z.B. André Stemmler, Wilfried Boeck, Elmar Frings, Hans Maahs, Josef Harzheim und Klaus Olszewski traten ins 2. Glied. Alle standen dem Vorstand jedoch weiterhin noch mit Rat und Tat zur Seite, so dass der Umbruch im Vorstand letztendlich erfolgreich vollzogen werden konnte! Unter der neuen Regie wurden unter anderem wieder Vereinsfahrten, wie z.B. eine Schifffahrt über den Rhein oder Besuche der regionalen Weihnachtsmärkte angeboten. Zudem wurden interne Sommerfeste für alle aktiven Vereinsmitglieder veranstaltet, durch die sich der Vorstand ausdrücklich bei den Mitgliedern für die geleistete Arbeit bedankt hat. Auch beim Straßenmarkt in Zülpich ist seit 2005 die tatkräftige Unterstützung der Hovener Jungkarnevalisten gefragt. Die Zülpicher Bierbörse auf dem Marktplatz wird durch die HJK mitorganisiert, mitgestaltet und die einzelnen Bierbuden durch aktive Mitglieder des Vereins verstärkt! Im Rahmen des Corpsappell im Dezember 2006 kam es zu zwei ganz besonderen Auszeichnungen: Wilfried Boeck und André Stemmler wurden aufgrund ihrer langjährigen Verdienste für den Verein in den Positionen des Kommandanten und des Präsidenten ausgezeichnet. André Stemmler durfte sich fortan Ehrenpräsident und Wilfried Boeck Ehrenkommandant nennen. Diese Auszeichnungen wurden erstmals in der 44jährigen Geschichte des Vereins ausgesprochen und unterstreichen damit noch einmal eindrucksvoll den Stellenwert! Im Jubiläumsjahr 2007 durfte sich die Kindergarde der HJK über eine neue Kinderkanone freuen, welche von Markus Booch und Thomas Zander in „Heimarbeit“ hergestellt wurde. Im nächsten Rosenmontagszug konnte man beobachten, mit welchem Stolz die neuen Mini-Kanoniere das Geschoss den gesamten Zugweg über zogen und begleiteten! Die Festlichkeiten zum 44-jährigen Jubiläum wurden im Rahmen der Kirmes ausgiebig gefeiert. Der Auftakt zur Jubiläumsfeier war die Ausstellung in der Kreissparkasse Euskirchen am Donnerstag vor der Kirmes. Monatelang wurde diese durch die Silberpfeile (als Silberpfeil im Verein gilt jeder Litewkaträger mit Vollendung des 50. Lebensjahres) im Verein akribisch vorbereitet. Diese Mühe zum Detail konnte mit der Ausstellungseröffnung dann in den Räumen der Geschäftsstelle Zülpich bewundert werden. Etliche Bilder, Fundstücke und Zeitdokumente wurden hier optisch sehr ansprechend präsentiert. Der Auftakt war also geglückt. Nicht minder erfolgreich sollten die folgenden Tage werden. Am Kirmesfreitag wurde erstmals die Hovener Rocknacht veranstaltet. Zwei sich abwechselnde Rockbands sorgten für ausgelassene Stimmung im Festzelt an der Hermann-Josef-Straße und lockte Besucher aus dem weiteren Umkreis. Am Samstag fand ein Festkommers statt, bei dem bewusst auf lange Reden verzichtet und der Schwerpunkt auf den geselligen Teil des Abends gelegt wurde.
Eine besondere Auszeichnung durfte jedoch nicht fehlen: Sichtlich gerührt wurde Hubert Hohn, seines Zeichens Litewka-Träger und Träger des BDK-Ordens in Gold, als einziges noch aktive Gründungsmitglied in Reihen der Hovener Jungkarnevalisten Zülpich gegr. 1963 e.V. zum 1. Senator des Vereins ernannt.
Die Geschicke des Vereins wurden gerade in den Anfangsjahren maßgeblich durch ihn geprägt und gestaltet. Der Gründungspräsident und gebürtige Hovener kann mit Stolz auf über 25 Jahre Vorstandsarbeit zurück blicken, wobei er in dieser Zeit fast alle Ämter im Vorstand bekleidete!
Am Sonntag fand bei herrlichem Sonnenschein mit vielen befreundeten Vereinen ein großer Festumzug durch das Dorf statt. Am Vormittag hatte sich der Verein bereits in Regimentsstärke im Festzelt versammelt, um die neuen Vereinsorden stolz in Empfang zu nehmen. Diese Gelegenheit wurde auch genutzt, langjährige Mitglieder mit den neu geschaffenen Vereinsorden in Silber (für 25-jährige Mitgliedschaft) und in Gold (für 40-jährige Mitgliedschaft) zu ehren!
Im Zuge der Bewerbung Zülpichs für die Landesgartenschau 2010 (den Zuschlag erhielt Zülpich später für die „LAGA 2014“) wurde im gleichen Jubiläumsjahr das Weiertor, welches als letztes der 4 Zülpicher Stadttore noch nicht in der „Obhut“ eines der hiesigen Karnevalsvereine war, erstmalig mit den Vereinsfahnen in „Grün-Gelb“ beflaggt.
Der im Rahmen der Kirmes durch die Ernennung von Hubert Hohn neu geschaffene Senat sollte zum Ende des Jahres 2007 vergrößert werden. Andreas Meuser und Josef Harzheim wurden im Rahmen des Corpsappells zu weiteren Senatoren ernannt. Beide gehören zu den Urgesteinen des Vereins und bekleideten jahrelang entscheidende Vorstandsposten.
Mit großen Schritten bewegte sich der Verein danach wieder in ein „Prinzenjahr“. Nachdem man im August auf dem Marktplatz mit großem Erfolg das „Euregionale Fest“ tatkräftig unterstützen konnte, wurde im November 2008 Prinz Markus I. (Booch) proklamiert. Nach seinem Vater (89/90) und seinem Bruder (98/99) war er damit der dritte Prinz aus der Florener Familie, womit die Boochs wohl endgültig zur „Prinzendynastie“ aufstiegen. Optisches Highlight der Proklamation war der neu „behütete“ Musikzug. Erstmalig trat der komplette Musikzug mit Dreispitz und Federbusch auf, wodurch sich das Gesamtbild des Vereins auf der Bühne deutlich verschönerte. Die beiden Zülpicher Traditionscorps „Blaue Funken“ und „Prinzengarde“ zum Vorbild nehmend, fand am 18.10.2008 der 1. Garagenabend in Zülpich-Hoven statt. Im liebevoll genannten „kleinen Vereinsheim“ der Kommandantenfamilie Becker wurden die Räumlichkeiten geschaffen, sich 2-3 pro Jahr (außerhalb der Karnevalszeit) zu treffen, um sich in geselliger Runde „ein Bierchen zu trinken“. In Anlehnung an die Köln- und Münstertorabende der befreundeten Kernstadtvereine dauerte es nicht lang, bis sich in der Folge die Bezeichnung „Garagentorabend“ etablierte. Neben den Mitgliedern sind bei den Abenden ausdrücklich auch immer alle Dorfbewohner und Freunde des Vereins herzlich eingeladen.
Anfang des Jahres 2009 fanden erstmals seit 2001 wieder BDK-Ehrungen für verdiente Mitglieder statt. Als höchste Auszeichnung an diesem Abend erhielten Hans Maahs und Andreas Meuser den BDK-Orden in Gold aus den Händen des stellvertretenden Präsidenten des Regionalverbandes Düren überreicht. Jugendarbeit ist und war immer ein wichtiges (wenn nicht sogar das Wichtigste) Standbein des Vereins. Diesem Umstand Sorge tragend, wurde im Jahr 2009 die Jugendgarde aus der Taufe gehoben. Als logisches Bindeglied zwischen Kindergarde (bis 12 Jahre) und Damengarde (ab 16 Jahre) konnte hiermit eine neue Gruppierung im Verein geschaffen werden, welche die Mädchen fördern und weiter an die HJK binden kann.
Neue Wege beschritt man im gleichen Jahr auch bei der Durchführung der Kirmes. In Kooperation mit der Marienborn gGmbh, welche den Grün-Gelben schon seit vielen Jahrzehnten sehr wohlgesonnen ist, konnte die Kirmes auf deren Gelände gefeiert werden. Besonders der Bayerische Abend am Samstag mit zünftiger Musik, Weißbier und ansprechendem, bayerischem Büffet war ein voller Erfolg. Aber auch am Sonntag war das Zelt sehr gut gefüllt. Ausschlaggebend hierfür war die „1. offene Hovener Menschenkicker-Meisterschaft“. Sportlicher Ehrgeiz und „Spaß an der Freud“ waren hier gleichgewichtet. Dies war auch Grund dafür, dass das Turnier in den Folgejahren wieder veranstaltet wurde. Bevor der Verein in eine neue Dekade ging, sollte aber noch eine verdiente Person geehrt werden. Annemie Wallraff war es vorbehalten, im Dezember 2010 zur Ehrensenatorin ernannt zu werden. Seit den Anfangsjahren der HJK vertritt Annemie den Verein mit Leidenschaft und Herzblut. Sei es als Moderatorin der Damensitzung, als Betreuerin der Damengarde oder einfach nur als „fleißiges Lieschen“ im Hintergrund.
Annemie Wallraff nahm immer eine besondere und wichtige Rolle im Vereinsleben ein.

2010-heute

2010 sollte die ausgezeichnete Nachwuchsarbeit der letzten Jahre besondere Früchte tragen. Erstmalig war es (auch aus personeller Sicht) den Junggardisten der Kindergarde möglich, den Gardistentanz der Herrengarde auf der Bühne aufzuführen.
Bis heute ist es nicht erwiesen, welche Gruppierung den Tanz besser beherrscht. In neuem „Gewand“ zeigt sich 2010 die Damengarde. Auf eigene Initiative hin wurden die „alten Gardekostüme“ durch neue, dauerhafte (Show-)Kostüme in Vereinsfarben ersetzt. Aber auch der Musikzug wartete 2010 mit einer Neuerung auf. Nachdem man sich schon jahrelang mit der Thematik beschäftigt hatte, konnte im Dezember 2010 erstmalig in der Hovener Kirche St. Margareta ein Weihnachtskonzert veranstaltet werden. Besinnlich durch Marga Müller vorgetragene Texte und Geschichte wechselten sich mit weihnachtlichen Liedern des Musikzuges „Grün-Gelb“ ab. Die langen Vorbereitungen für das Konzert sollten sich lohnen. Die Kirche platzte aus „allen Nähten“ und langanhaltender Applaus und Standing-Ovations der Zuhörer sorgten dafür, dass die Veranstaltung einen festen Platz im Kalender der Folgejahre sicher hatte! Besonders erwähnenswert im Jahr 2011 war wieder der Corpsappell. Auf Anregung von Kommandant Franz Becker wurde der Fahneneid für alle aktiven Mitglieder eingeführt. Einhergehend hiermit wurden für alle Gardisten und Vorstandsmitglieder Corpsnamen vergeben. „Futzemann“, „Ribbesjespens“ oder „Drüje Pitter“ sind nur einige der nicht immer ganz ernst gemeinten Spitznamen. Im Anschluss kam es zu einer weiteren nennenswerten Ehrung innerhalb des Corps.
Das ehemalige aktive und immer noch inaktive Mitglied, Johannes Booch sen., wurde zum Ehrensenator der HJK ernannt. „Hansi“ Booch , der 1989/90 als „Sturmprinz“ in die Karnevalsgeschichte der Stadt Zülpich einging, hebt sich besonders durch seine unermüdliche (tatkräftige) Arbeit hervor. Beim Bau des „Litewkawagens“ (2003), der Toilettenwagen (2007), der Gulaschkanone (2011) und vielen anderen Projekten war Hansi immer maßgeblich beteiligt. Nachdem in der altehrwürdigen Stadthalle an der Bonner Straße am Veilchendienstag 2011 mit dem Karnevalskehraus letztmalig die Lichter ausgeschaltet wurden, sollte das neu errichtete „Forum Zülpich“ die neue Heimat der Zülpicher Karnevalsvereine werden. Erstmalig veranstalteten somit auch die Hovener Jungkarnevalisten im Februar 2012 ihre Kostümsitzung in den neuen Räumlichkeiten. Dem Vereinslokal Wallraff wurde in diesem Jahr eine besondere Ehre zu teil. Im Autohaus Gotzen wurde Reimund und Christel Wallraff der „Närrische Pitter“ verliehen. Dieser wurde einige Jahre vorher von Reinhard Gotzen wieder ins Leben gerufen, um sehr verdiente Personen des Zülpicher Karnevals zu würdigen, welche durch ihre Arbeit im Hintergrund für den gesamten Karneval der Stadt unschätzbare Dienste leisten. Die Gastätte Wallraff wurde in der Laudatio als Institution geehrt – minutenlanger Applaus aller Besucher zeigten eindrucksvoll, dass die Präsidenten aller Vereine mit ihrer Wahl die richtige Entscheidung getroffen hatten. Auch der Fuhrpark des Vereins konnte 2011/2012 erweitert werden. Der Bagage-Wagen, der früher immer zum festen Bestandteil der Zugordnung gehörte, wurde auf Initiative von Johannes Booch sen. hin restauriert und konnte sich, nach jahrelanger Abstinenz wegen technischer Mängel, 2012 wieder den Weg durch die Zülpicher Menschenmassen am Rosenmontag bahnen. Das Jahr 2011 war für die Zülpicher Karnevalsvereine ein einschneidendes Jahr. Die ehemals 5 heimatstädtischen Vereine verloren mit der KG Links und Rechts von der Römerallee ihr jüngstes Mitglied! Das die verbliebenen 4 Vereine jedoch an einem Strang ziehen können und wollen, wurde am 06.10.2012 eindrucksvoll unterstrichen! Gemeinsam mit dem TUS Zülpich gelang es die Bläck Fööss nach Zülpich zu holen. Große Ereignisse werfen ihre Schatten auch zum 50-jährigen Bestehen des Vereins voraus. Mit Prinz Gerd I. (Wallraff) stellen wir zum großen Jubiläum zum 10. Mal den Prinzen Karneval in der Kernstadt Zülpich. Seit 2005 steht er der HJK als Präsident vor und hat in seiner Amtszeit viele große und kleine Dinge mit auf den Weg gebracht, die den Verein im jetzigen Glanze strahlen lassen. Die Chancen stehen gut, dass sein selbst formuliertes Ziel der 100 uniformierten grün-gelben Mitglieder Rosenmontag 2013 auch erstmals in der dann 50-jährigen Historie erreicht werden kann!

Mit ihrer Garde, bestehend aus Musikzug, Damengarde, Herrengarde und Litewka-Trägern, traten und treten die Hovener Jungkarnevalisten nicht nur innerhalb der Stadtgrenzen Zülpichs auf, sondern erwarben sich mit den Jahren auch auswärts einen sehr guten Ruf.

Wie bisher ausdrücklich geschildert, beschränkt sich die geleistete Arbeit nicht nur auf die eigentliche Karnevalssession, sondern es wird das ganze Jahr
über geprobt, trainiert, gearbeitet – aber auch gefeiert.

Wenn es den Hovener Jungkarnevalisten gelingt, diesen Geist aufrecht zu erhalten,
kann der Verein auch weiterhin optimistisch in die Zukunft blicken.